Auf ein Wort mit Hartmuth Attenhofer

Alle Medien, Radio, TV und Zeitungen sagen uns tagein, tagaus, wir sollen weniger Fleisch essen. Oder noch besser: gar keines. Das sei gut für das Klima. Okay, ich fange schon einmal an. Ab sofort ist die Leberwurstschicht auf dem Znüni-Brot einen halben Millimeter dünner und vom Sonntagsbraten gibt’s 20 Gramm weniger. Simsalabim: schon bin ich ein guter Mensch. Erstaunlich, wie wenig es braucht, um die Welt vor dem Untergang zu retten.


Das ist so simpel, dass man kritisch wird: kann das sein? Retten wir irgendetwas, wenn wir unseren Kindern das Wienerli aus der Hand reissen? Was retten wir, wenn wir unseren Grosseltern das «Ghackte» von den Hörnli nehmen? Nichts rettet man damit. Gar nichts. Sondern man sät Unfrieden und Verwirrung.


Das Klima geht nicht unter wegen Cordon bleu und Bratwurst. Das Klima leidet unter der Überbevölkerung unserer Erde. 7,8 Milliarden sind wir schon; vor 50 Jahren waren wir nur halb so viele. Jedes Jahr kommen 82 Millionen Menschen dazu. In 30 Jahren seien wir 10 Milliarden, sagt die UNO voraus. Selbst wenn dereinst diese 10 Milliarden nur noch Gemüseplatte und Fruchtsalat essen, heizt sich die Erde auf, weil hundertausende Quadratkilometer kühlende Wälder gerodet werden um Land für Gemüse- und Fruchtplantagen zu gewinnen.

Bei mir gibt es heute Abend Gschwellti mit Chäs. Aber morgen stehen Kalbshaxen mit Risotto auf dem Mittagstisch. Alle freuen sich.

Hartmuth Attenhofer ist Präsident des Vereins CarnaLibertas